Igelhäuser können gut ohne Boden gebaut werden. Dann trocknet der Innenraum bei Feuchtigkeit schneller ab und wenn ein Boden gewünscht ist, braucht das Haus darunter eine Schicht aus Kies oder Sand.
Die Bodenfrage entscheidet nicht über Gemütlichkeit, sondern über Nässe. Ein brauchbarer Unterschlupf steht trocken, bietet innen mindestens das Volumen einer großen Schuhschachtel, etwa 30 x 30 x 25 bis 40 x 30 x 25 Zentimeter, und wird mit trockenem Laub statt mit Stroh oder Heu ausgestattet.
Was Sie brauchen
- Ein Igelhaus mit ausreichend Innenraum zum Nestbau
- Einen ruhigen, schattigen und trockenen Platz unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen
- Trockenen Untergrund
- Trockenes Laub für die Füllung
- Bei einem Haus mit Boden, Kies oder Sand unter dem Innenraum
- Bei feuchtem Garten, zwei kurze Dachlatten zum Anheben
So entsteht ein Unterschlupf, der weniger Feuchtigkeit hält und dem Igel Material für ein eigenes Nest bietet.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWelches Material und welcher Boden sind für das Igelhaus ideal?
Die erste Entscheidung betrifft den Unterbau. Ein Igelhaus darf unten offen sein, weil Nässe dann leichter aus dem Innenraum entweichen kann. Diese Lösung passt besonders dort, wo der Garten nach Regen langsam abtrocknet.
Igelhaus mit oder ohne Boden?
Ein Igelhaus ohne Boden ist nach den vorliegenden Empfehlungen eine sinnvolle Bauweise. Der Grund ist schlicht: Feuchte Luft und eingetragene Nässe bleiben weniger lange im Haus. Wer einen festen Boden einbauen möchte, sollte das Haus nicht direkt auf blanke, feuchte Erde setzen, sondern darunter eine lockere Schicht aus Sand oder kleinen Steinen anlegen.
Der häufigste Fehler ist nicht die offene Unterseite, sondern ein nasser Kontakt nach unten. Wenn die Fläche unter dem Haus dunkel, schmierig oder dauerhaft kühl-feucht wirkt, zieht die Nässe in den Unterschlupf. Dann hilft weder mehr Füllmaterial noch ein hübscherer Kasten. Dann muss der Untergrund trockener werden oder das Haus leicht erhöht stehen.
Welches Material schützt am besten vor Nässe?
Für die Hülle zählt vor allem, dass sie Regen abhält und innen genug Raum lässt. Der Innenraum sollte mindestens so groß sein, dass ein Igel ein Nest anlegen kann. Als Richtwert gilt etwa das Volumen einer großen Schuhschachtel. Nur in dieser Größenordnung lässt sich das Nistmaterial so schichten, dass ein geschützter Hohlraum entsteht.
Zu kleine Kästen sehen oft ordentlich aus, funktionieren aber schlecht. Wenn kaum Platz für Nestmaterial bleibt, liegt die Füllung schnell dicht an Wand und Decke, nimmt Feuchtigkeit leichter an und trocknet langsamer ab. Ein brauchbares Igelhaus ist deshalb eher schlicht als verspielt.

Wo und wie sollte man das Igelhaus im Garten aufstellen?
Der Standort macht aus einem Kasten erst einen nutzbaren Unterschlupf. Ein Igelhaus gehört in eine ruhige, schattige und trockene Gartenecke, am besten unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen und auf einen Untergrund, der nicht vernässt.
Igelhaus aufstellen, wo und wie stelle ich das Igelhaus auf?
Deckung ist besser als freie Sicht. Unter Gehölzen bleibt der Boden oft geschützter, und das Haus steht nicht offen im Garten. Entscheidend ist die Fläche darunter: Sie sollte trocken sein, nicht matschig und nicht in einer Senke liegen, in der sich Wasser sammelt.
Wenn der Boden im Garten öfter feucht bleibt, empfiehlt der NABU zwei kurze Dachlatten links und rechts unter den Unterschlupf zu legen. Das hebt das Haus etwas an und schützt die Unterseite vor Nässe. Schon diese kleine Distanz kann verhindern, dass die Bodenfeuchte in das Material zieht.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Aufstellen?
Das Igelhaus sollte stehen, bevor ein Winterquartier gesucht wird. Ein früher aufgestellter Unterschlupf bleibt ruhiger, riecht nach Garten und nicht nach frischer Baustelle. Wer erst bei Kälte handelt, stellt oft in Hektik auf und übersieht genau die Stellen, an denen Wasser stehen bleibt.
Nach dem Aufstellen sollte der Platz möglichst unverändert bleiben. Ein häufiger Standortwechsel bringt Unruhe hinein. Besser ist ein stiller Winkel, der über längere Zeit trocken und ungestört bleibt.
So prüfen Sie das Igelhaus in fünf einfachen Schritten
Mit fünf Blicken lässt sich klären, ob das Igelhaus für den Garten taugt oder ob Feuchtigkeit und Platzmangel schon eingebaut sind.
- Stellen Sie das Haus auf den vorgesehenen Platz. Die Stelle passt, wenn sie schattig wirkt, unter Gehölzen liegt und der Boden dort trocken statt schmierig oder eingesunken ist.
- Prüfen Sie den Kontakt zum Boden. Eine offene Unterseite ist stimmig, wenn unter dem Haus keine staunasse Fläche sichtbar bleibt; bei einem Modell mit Boden ist die Lage richtig, wenn darunter Sand oder kleine Steine liegen und nicht blanke Erde.
- Heben Sie das Haus bei feuchtem Untergrund leicht an. Die Anhebung gelingt, wenn links und rechts zwei kurze Dachlatten tragen und die Unterseite nicht mehr direkt auf dem nassen Boden aufliegt.
- Füllen Sie den Innenraum locker mit Laub. Die Füllung stimmt, wenn sie trocken raschelt, luftig liegt und nicht zu einem festen Pfropf zusammengedrückt ist.
- Kontrollieren Sie den Innenraum nach Regen. Das Igelhaus funktioniert, wenn das Material innen trocken bleibt oder nur oberflächlich leicht klamm wirkt, statt muffig, schwer oder sichtbar nass zu sein.
Wenn der Innenraum trotz trockenem Standort und leichter Anhebung wiederholt feucht bleibt, sollten Sie das Haus versetzen oder den Aufbau neu wählen statt weiter nachzubessern.

Wie wird das Igelhaus artgerecht im Inneren ausgestattet?
Im Inneren braucht ein Igelhaus keine weiche Menschenlogik, sondern trockenes, geeignetes Nistmaterial. Für die Füllung ist trockenes Laub die beste Wahl, weil es bei etwas Feuchtigkeit weniger schnell schimmelt als andere übliche Materialien.
Warum ist trockenes Laub besser als Stroh?
Der Bund Naturschutz nennt trockenes Laub für das Befüllen ausdrücklich besser als Stroh oder Heu. Der Grund ist praktisch und gut nachvollziehbar: Feucht gewordenes Laub fault nicht so rasch durch wie manche lockere Füllung aus Halmen.
Auch der NABU bewertet Laub als die passendste Ausstattung. Stroh kann spröde sein und reizen, lange Heuhalme können zum Problem werden, weil sich Tiere darin verheddern können. Wer dem Igel Material für den Nestbau geben will, bleibt deshalb bei trockenem Blattwerk und stopft den Innenraum nicht fest aus.
Der nächste sinnvolle Schritt ist einfach: Gehen Sie nach einem Regentag zum geplanten Platz, fassen Sie den Boden dort an und schauen Sie unter Hecken oder Sträuchern nach der trockensten Ecke. Genau dort entscheidet sich, ob das Igelhaus später nach Herbst riecht oder nach Nässe.
Quellen
Für diesen Artikel ausgewertete Seiten:
- main-spessart.bund-naturschutz.de/aktuelle-meldungen/artikel/jetzt-igelhaus-im-garten-aufstellen
- nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/mission-gruen/17295.html





