Rhabarber ernten: Wann ist die beste Zeit und wie geht es richtig?

Die Rhabarber-Erntezeit beginnt in unseren Gärten meist im Mai, manchmal schon Ende April, vorausgesetzt, es gab genügend warme Tage und der Boden ist feucht genug. Die Ernte endet traditionell am 24. Juni. Aktualisiert am 12 Juni 2026. En résumé:

  • Die Rhabarber-Ernte beginnt in der Regel im Mai und endet traditionell am 24. Juni.
  • Rhabarberstangen sollten durch Herausdrehen geerntet werden.
  • Entfernen Sie maximal ein Drittel der Blätter pro Pflanze.
Daten Wert
Traditionelles Ende der Erntezeit 24. Juni (Johannistag)
Maximal zu entfernende Blätter pro Pflanze Ein Drittel der grünen Blätterpracht
Empfohlener Erntebeginn bei Neupflanzungen Ab dem zweiten, idealerweise dem dritten Standjahr

Wann beginnt die Rhabarber-Erntezeit?

Meistens beginnt die spannende Zeit der Rhabarber-Ernte im Mai, wenn die ersten kräftigen Stiele sich zeigen. Manchmal, gerade nach einem milden Frühling oder in geschützteren Lagen hier am Bodensee, kann es sogar schon Ende April losgehen. Entscheidend sind hierfür ausreichend warme Tage und eine gute Bodenfeuchtigkeit, die den Pflanzen einen kräftigen Start ermöglichen. Die Blätter zeigen den richtigen Zeitpunkt an: Wenn sie nicht mehr zerknüllt oder geriffelt sind, sondern schön glatt und vollständig entfaltet, ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Man kann die Rhabarberpflanze ab Januar mit einem Vlies abdecken, um das Wachstum zu beschleunigen. Man kann im Frühjahr einen Eimer über die Stielansätze stülpen. Dieser Trick schafft ein kleines, wärmeres Mikroklima und sorgt dafür, dass der Rhabarber ein paar Tage früher erntereif ist. Es gibt spezielle Herbst-Rhabarber-Sorten, die bis in den Oktober reichen.

Une jardinière française récolte délicatement des tiges de rhubarbe charnues à la base.

Wie werden Rhabarberstangen richtig geerntet?

Sobald sich die Blätter entfaltet haben und die Stängel eine schöne Dicke erreicht haben, sind sie bereit. Wichtig ist, junge Stängel zu bevorzugen, denn ältere Stiele neigen dazu, holziger zu werden und an Zartheit zu verlieren. Die Stangen sollten vorsichtig herausgedreht werden. Den Stiel nahe am Boden fassen und mit einer leichten Kippbewegung vom Wurzelstock abdrehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Blütenansätzen. Blütenansätze zehren nämlich viel Kraft von der Pflanze und hemmen das Stielwachstum. Das Entfernen fördert eine kräftigere Entwicklung der essbaren Stangen. Bei neu gesetzten Rhabarberpflanzen empfehle ich zudem, im ersten Standjahr überhaupt keine Stangen zu ernten. Geben Sie den Wurzeln Zeit, sich richtig im Boden zu etablieren und Kraft zu sammeln. Eine erste Ernte ist ab dem zweiten Standjahr möglich, idealerweise aber erst ab dem dritten Jahr, um eine wirklich vitale und produktive Pflanze zu gewährleisten.

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Des mains de jardinier déposent avec soin des tiges de rhubarbe dans un panier en osier.

Wie viel Rhabarber darf man pro Pflanze ernten?

Beim Ernten von Rhabarber ist es wichtig, maßvoll vorzugehen und die Bedürfnisse der Pflanze zu respektieren, um sie für die nächsten Jahre vital zu halten. Eine bewährte Faustregel besagt, maximal ein Drittel der grünen Blätterpracht während der gesamten Ernteperiode zu entfernen. So stellen Sie sicher, dass die Pflanze genügend Blätter für die Photosynthese behält, um ausreichend Energie für das Wachstum des Wurzelstocks zu produzieren. Wenn Sie zu viele Stangen auf einmal oder über einen zu langen Zeitraum ernten, schwächen Sie die Pflanze erheblich, was sich negativ auf die Ernte im Folgejahr auswirken kann. Traditionell endet die Rhabarber-Erntezeit am 24. Juni, dem Johannistag. Dieses Datum ist nicht willkürlich gewählt, sondern hat einen wichtigen biologischen Hintergrund. Nach diesem Zeitpunkt steigt der Oxalsäuregehalt in den Stangen deutlich an, was sie weniger bekömmlich macht. Noch wichtiger ist aber, dass die Pflanze nach der intensiven Erntephase eine Ruhepause braucht. Sie muss neue Kraft sammeln und Nährstoffe in den Wurzelstock einlagern, um gut durch den Winter zu kommen und im nächsten Frühjahr wieder kräftig austreiben zu können. Indem wir diese natürliche Grenze respektieren, sichern wir uns Jahr für Jahr eine reiche und gesunde Rhabarberernte.

Welche Teile des Rhabarbers sind essbar und welche nicht?

Rhabarber ist ein faszinierendes Gewächs, das botanisch gesehen eigentlich ein Gemüse ist, obwohl wir es in der Küche meist wie Obst verwenden, in Kompott, Kuchen oder Marmelade. Die guten Nachrichten zuerst: Die fleischigen Stangen sind der essbare Schatz des Rhabarbers. Sie sind reich an Vitamin C, Kalium und Ballaststoffen und verleihen Gerichten eine wunderbar säuerliche Note. Es ist genau dieser Teil der Pflanze, den wir ernten und genießen. Auf der anderen Seite stehen die großen, prächtigen Rhabarberblätter. Diese sind leider nicht essbar und sollten auch nicht verzehrt werden. Sie enthalten, wie auch die Stangen, Oxalsäure, aber in einer deutlich höheren Konzentration. Während die Oxalsäure in den Stangen meist unbedenklich ist (besonders in gekochtem Zustand), ist der Gehalt in den Blättern so hoch, dass er gesundheitsschädlich sein kann. Werden die Blätter nicht gegessen, müssen sie aber keinesfalls auf dem Kompost landen! Rhabarberblätter können als Mulchmaterial im Garten genutzt werden. Unter Sträuchern oder auf Beeten verteilt, wirken sie wie eine natürliche Abdeckung, die den Boden feucht hält und Unkraut unterdrückt, ein perfekter Kreislauf im Sinne der Permakultur.

Kann man Rhabarber roh essen?

Die Frage, ob man Rhabarber roh essen kann, kommt immer wieder auf, und sie ist wichtig. Grundsätzlich ja, aber mit Vorsicht und in Maßen. Die rohen Stangen haben einen sehr intensiven säuerlichen Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist. Der Hauptgrund für die Vorsicht ist der Oxalsäuregehalt im Rhabarber. Oxalsäure kann in großen Mengen die Calciumaufnahme im Körper beeinträchtigen und bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden verursachen. Deshalb wird Rhabarber traditionell meist gekocht, da das Kochen den Oxalsäuregehalt reduziert. Wenn Sie Rhabarber roh genießen möchten, empfehle ich, dies nur sparsam zu tun und am besten die roten Rhabarber-Sorten zu wählen. Diese enthalten tendenziell einen geringeren Oxalsäuregehalt als die grünen Sorten und sind daher milder im Geschmack und bekömmlicher. Eine Scheibe roher Rhabarber im Müsli oder ein kleiner Happen zwischendurch ist sicher kein Problem. Aber für größere Mengen oder regelmäßigen Verzehr ist es ratsam, den Rhabarber zu garen. Durch das Schälen der äußeren Fasern vor dem Verzehr lässt sich der Oxalsäuregehalt ebenfalls leicht mindern, da diese sich hauptsächlich in den äußeren Schichten konzentriert.

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Wie kann man Rhabarber nach der Ernte lagern und haltbar machen?

Die frische Ernte ist ein Genuss, und am gesündesten und leckersten ist Rhabarber natürlich, wenn er direkt nach dem Pflücken genossen wird. Die frische Zubereitung bewahrt alle Aromen und wertvollen Inhaltsstoffe am besten. Im Kühlschrank lässt sich Rhabarber nur wenige Tage lagern. Wickeln Sie die Stangen am besten in ein feuchtes Tuch ein, damit sie nicht so schnell schlapp oder trocken werden und ihre Frische bewahren. Dennoch werden sie nach kurzer Zeit an Qualität verlieren und können anfangen zu faulen, wenn die Lagerbedingungen nicht ideal sind. Um die Rhabarberernte über die Saison hinaus zu genießen, gibt es bewährte Methoden zur Haltbarmachung. Das Einfrieren ist eine hervorragende und einfache Möglichkeit: Schälen Sie die Stangen, schneiden Sie sie in mundgerechte Stücke und frieren Sie diese roh oder kurz blanchiert ein. So können Sie das ganze Jahr über Rhabarber für Kompott oder Kuchen verwenden. Eine weitere klassische Methode ist das Einkochen. Ob als Marmelade, Chutney oder Kompott, durch das Einkochen wird Rhabarber lange haltbar und behält seinen einzigartigen Geschmack. Kreativer wird es mit Rhabarberlikör oder -sirup, die nicht nur eine leckere Art der Konservierung darstellen, sondern auch wunderbare Geschenke aus dem eigenen Garten sind.

Welche Rhabarber-Sorten sind für den Anbau im Topf geeignet?

Obwohl Rhabarber als Starkzehrer viel Platz und Nährstoffe benötigt und sich im Freiland am wohlsten fühlt, ist ein Anbau im Topf oder Kübel auf Balkon und Terrasse prinzipiell möglich. Hierbei ist die Auswahl der Sorte entscheidend. Zwar gibt es keine spezifischen „Topf-Rhabarber-Sorten“ im Handel, aber Sorten, die von Natur aus etwas kompakter wachsen und nicht ganz so ausladend sind, eignen sich besser für begrenzte Platzverhältnisse. Achten Sie bei der Sortenwahl zudem auf den Oxalsäuregehalt. Rote Rhabarber-Sorten, wie zum Beispiel ‚Holsteiner Blut‘ oder ‚Canada Red‘, enthalten tendenziell einen geringeren Oxalsäuregehalt als grüne Sorten. Das macht sie nicht nur geschmacklich milder, sondern oft auch bekömmlicher, was beim Anbau in Töpfen, wo die Nährstoffversorgung und der Stress für die Pflanze höher sein können, von Vorteil ist. Unabhängig von der Sorte ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß (mindestens 40-50 Liter Volumen), eine gute Drainage und eine regelmäßige Nährstoffversorgung im Topf unerlässlich, damit der Rhabarber gedeihen kann.

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Verwendung von Rhabarberblättern im Garten

Die großen, sattgrünen Rhabarberblätter sind, wie bereits erwähnt, für den Verzehr ungeeignet aufgrund ihres hohen Oxalsäuregehalts. Doch das bedeutet keineswegs, dass sie im Garten nutzlos sind, ganz im Gegenteil! Im Sinne der Permakultur und eines Kreislaufgedankens sind die Blätter eine wertvolle Ressource, die wir auf verschiedene Weisen nutzen können, um unseren Garten zu bereichern und die Pflanzen zu stärken. Eine der einfachsten und effektivsten Anwendungen ist die Verwendung als Mulchmaterial. Legen Sie die großen Rhabarberblätter einfach direkt auf Beete oder unter Sträucher. Dort unterdrücken sie nicht nur unerwünschtes Unkrautwachstum, sondern helfen auch, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Dies ist besonders an warmen Sommertagen von Vorteil, da weniger gegossen werden muss. Während die Blätter langsam verrotten, geben sie wertvolle Nährstoffe an den Boden ab und fördern so das Bodenleben. Achten Sie darauf, die Blätter nicht direkt an den Stamm von empfindlichen Pflanzen zu legen, sondern mit etwas Abstand, um Fäulnis zu vermeiden. Eine andere Möglichkeit ist, die Blätter in Maßen dem Kompost beizufügen. Durch ihren schnellen Zerfall unterstützen sie den Kompostierungsprozess und reichern den späteren Humus mit organischem Material an.

FAQ

Warum endet die Rhabarber-Ernte traditionell am 24. Juni?

Die Rhabarber-Ernte endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag, aus zwei wichtigen Gründen: Erstens steigt nach diesem Datum der Oxalsäuregehalt in den Stangen deutlich an, was sie weniger bekömmlich macht. Zweitens benötigt die Rhabarberpflanze nach der Erntezeit eine Ruhephase, um ausreichend Kraft für das Wachstum des Wurzelstocks zu sammeln und sich für das nächste Frühjahr zu regenerieren.

Was passiert, wenn ich Rhabarberstangen abschneide statt sie abzudrehen?

Wenn Sie Rhabarberstangen abschneiden, entstehen offene Schnittstellen an der Pflanze. Diese Wunden bieten Bakterien und anderen Krankheitserregern eine Eintrittspforte und können die Pflanze anfälliger für Krankheiten machen. Durch das Herausdrehen der Stangen schließen sich die Wunden schneller und die Pflanze bleibt gesünder.

Kann ich Rhabarberblätter essen?

Nein, Rhabarberblätter sind nicht essbar. Sie enthalten eine sehr hohe Konzentration an Oxalsäure, die in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Genießen Sie stattdessen die geschälten Stangen und nutzen Sie die Blätter als wertvolles Mulchmaterial im Garten.

Wie kann ich meine Rhabarberernte vorziehen?

Um die Rhabarberernte zu beschleunigen, können Sie die Pflanze im zeitigen Frühjahr ab Januar mit einem Vlies abdecken oder einen Eimer über die Stielansätze stülpen. Dies schafft ein wärmeres Mikroklima, das den Austrieb anregt und die Ernte um einige Tage vorverlegt.

Ist Rhabarber ein Obst oder ein Gemüse?

Botanisch gesehen ist Rhabarber ein Gemüse, da er von einer krautigen Pflanze stammt und die essbaren Teile Stiele sind. In der Küche wird er jedoch aufgrund seines süß-säuerlichen Geschmacks und seiner Verwendung in Desserts und Kuchen meist wie Obst behandelt.

Woran erkenne ich, wann ein Rhabarberstiel erntereif ist?

Ein Rhabarberstiel ist erntereif, wenn die Blätter nicht mehr zerknüllt oder geriffelt aussehen, sondern schön glatt und vollständig entfaltet sind. Die Stängel sollten kräftig und von guter Dicke sein. Junge Stiele sind dabei in der Regel zarter und weniger holzig als ältere.

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