Blaukissen (Aubrieta-Hybriden), auch als Aubrietien bekannt, sind wunderbare, niedrig wachsende Polsterstauden, die mit ihrer üppigen Blütenpracht von April bis Mai jeden Garten bereichern und dabei überraschend pflegeleicht sind. Diese immergrünen, trockenresistenten Bodendecker bilden dichte Matten, die den Boden bedecken und gleichzeitig wertvolle Nektarquellen für Bienen und Hummeln im Frühjahr darstellen.
Aktualisiert am 6 Juli 2026.
- Blaukissen sind pflegeleichte, immergrüne Polsterstauden, die von April bis Mai in leuchtenden Farben blühen.
- Sie bevorzugen sonnige Standorte und durchlässige, kalkhaltige Böden, idealerweise mit guter Drainage.
- Ein Rückschnitt nach der Blüte fördert dichten Wuchs und kann eine zweite Blütenphase im Herbst anregen. Sie sind ungiftig und bienenfreundlich.
| Daten | Wert |
|---|---|
| Maximale Wuchshöhe | 15 Zentimeter |
| Blattlänge | Ca. 3 Zentimeter |
| Blütezeit | April bis Mai (ca. 4-8 Wochen) |
| Pflanzabstand | 25 bis 30 Zentimeter |
| Wuchsbreite | Bis zu 50 Zentimeter |
| Anzahl Sorten | Über 16 verschiedene Sorten |
Inhaltsverzeichnis
ToggleWas sind Blaukissen? Ein Steckbrief für Ihren Garten
Blaukissen, botanisch als Aubrieta-Hybriden bekannt, gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und sind mehrjährige, ausdauernde krautige Pflanzen, die sich durch ihre niedrige Wuchsform auszeichnen. Diese robusten Polsterstauden erreichen eine maximale Höhe von etwa 15 Zentimetern und bilden dichte, lockerrasige Teppiche, die das ganze Jahr über grün bleiben und sich zügig ausbreiten können. Ihre kleinen, etwa drei Zentimeter langen Blätter sind ei- bis spatelförmig, oft behaart und können, je nach Sorte, auch grobgezähnte Ränder aufweisen.
Ursprünglich um 1700 erstmals auf Kreta entdeckt und beschrieben, sind die heute so beliebten Gartenformen der Blaukissen das Ergebnis unkontrollierter Kreuzungen oder gezielter Züchtungen. Das auffälligste Merkmal sind zweifellos ihre vierzähligen, zwittrigen Blüten, die von April bis Mai erscheinen und die grünen Blätter nahezu vollständig verdecken können. Sie präsentieren sich in einer beeindruckenden Farbpalette von verschiedenen Blautönen über Violett, Rosa und Rot bis hin zu reinem Weiß, was sie zu einem echten Blickfang im Frühlingsgarten macht. Nach der Blüte entwickeln sich ungestielte, eiförmige Schoten mit zahlreichen flachen und ungeflügelten Samen, doch der Hauptwert liegt in der Blütenfülle und ihrer Anpassungsfähigkeit.

Der perfekte Standort und Boden für üppige Blüten
Damit Blaukissen ihre volle Blütenpracht entfalten können, benötigen sie einen vollsonnigen Standort, da halbschattige Plätze zwar toleriert werden, aber oft zu einer spärlicheren Blüte führen. Im Idealfall sollte der gewählte Platz vor starkem Regen geschützt und nach Süden ausgerichtet sein, um die maximale Sonneneinstrahlung zu gewährleisten, die diese Pflanzen so lieben. Ihre Robustheit zeigt sich auch in ihrer Anpassungsfähigkeit an trockenere Bedingungen, was sie besonders für Standorte prädestiniert, die nicht ständig feucht gehalten werden können.
In Bezug auf den Boden sind Blaukissen anspruchsvoll, aber nicht kompliziert: Sie bevorzugen mäßig trockene bis frische, gut durchlässige, kalkhaltige und nährstoffreiche Substrate. Besonders gut gedeihen sie auf sandigem Lehm oder kiesig-sandigen Böden. Eine gute Drainage ist von entscheidender Bedeutung, da Staunässe, insbesondere bei ungünstigen Bedingungen, zu Wurzelfäule führen kann. Ein Kiesbett als Untergrund im Pflanzloch oder eine Beimischung von Sand zum Substrat gewährleistet den nötigen Wasserabfluss und schafft optimale Bedingungen, die den natürlichen Felsspalten und groben Schotterböden ihrer ursprünglichen Heimat ähneln.
Blaukissen pflanzen: So schaffen Sie die beste Basis
Die optimale Pflanzzeit für Blaukissen ist im Frühjahr, wenn der Boden sich erwärmt und die Pflanzen gut anwachsen können. Beim Setzen mehrerer Stauden ist es wichtig, einen ausreichenden Abstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen einzuhalten, was ungefähr der Hälfte ihrer späteren Wuchsbreite entspricht, um ihnen genügend Raum zur Ausbreitung zu geben. Dies fördert nicht nur eine gesunde Entwicklung, sondern ermöglicht es den Blaukissen auch, schnell dichte Teppiche zu bilden, die effektiv Unkraut unterdrücken.
Vor der Pflanzung sollte der Boden sorgfältig vorbereitet werden, insbesondere wenn er zu Staunässe neigt. Eine gute Drainageschicht aus Kies im Pflanzloch ist hierbei unerlässlich, um sicherzustellen, dass überschüssiges Wasser gut abgeleitet wird und die empfindlichen Wurzeln nicht faulen. Blaukissen sind zwar robust, aber die richtige Bodenvorbereitung ist der Schlüssel zu ihrer Langlebigkeit und der üppigen Blütenpracht. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Wenn der Boden nicht ausreichend humos ist, kann eine kleine Menge humusreiches Substrat, vermischt mit Sand, eingearbeitet werden, um die Startbedingungen zu optimieren.
Pflegeleicht und robust: Alles für gesunde Blaukissen
Blaukissen gehören zu den unkompliziertesten Gartenbewohnern, die mit wenig Aufwand viel Freude bereiten. Sie sind robust und kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlinge, was die Pflege einfach macht. Lediglich bei längeren Trockenperioden oder extremer Hitze, wie wir sie im Sommer am Bodensee erleben können, sollten die Pflanzen zusätzlich bewässert werden, da sie zwar trockenresistent sind, aber bei anhaltender Dürre von einer Extraportion Wasser profitieren.
Ein Pflegeschritt, um die Blaukissen dicht und ansprechend zu halten, ist der Rückschnitt nach der Blüte im Frühjahr. Dieser fördert nicht nur einen buschigen Wuchs, sondern kann bei einigen Sorten sogar eine zweite, wenn auch meist kleinere, Blüte im Herbst anregen. Dünger sollte sparsam eingesetzt werden, da Überdüngung die Winterhärte vermindern kann; eine Gabe Kompost im Frühjahr deckt den Nährstoffbedarf. Sollten die Blaukissen mit der Zeit von innen verkahlen, kann das Einstreuen von etwas humusreichem Substrat, gemischt mit Sand, helfen, die Pflanzen zu revitalisieren und neue Triebe anzuregen.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten im Naturgarten
Blaukissen sind wahre Alleskönner und echte Klassiker, besonders im Steingarten, wo sie sich perfekt zur Begrünung von Mauerkronen, Trockenmauern und größeren Steinfugen eignen. Ihre kriechende Wuchsform lässt sie weite und dichte Matten bilden, mit denen sie karge Oberflächen im Garten auf natürliche und ästhetische Weise bedecken. Diese Bodendecker sind auch hervorragend geeignet, um Wege einzufassen oder als Gruppe gepflanzt, leuchtende Farbakzente zu setzen.
Doch die Verwendungsmöglichkeiten gehen weit über den Steingarten hinaus. Blaukissen gedeihen auch prächtig in Töpfen oder Kübeln, was sie zu einer idealen Wahl für Balkone und Terrassen macht, wo sie als hängende Zierde Balkonkästen verschönern können. Für eine gelungene Kombination im Garten lassen sich Blaukissen wunderbar mit anderen Polsterstauden wie Gänsekresse (Arabis), Schleifenblume (Iberis), Steinkraut (Alyssum), Polsterphlox (Phlox subulata), Seifenkraut (Saponaria), Bart-Iris (Iris barbata) und Wolfsmilch (Euphorbia) arrangieren. Diese Partnerschaften schaffen harmonische Gartenbilder und unterstützen gleichzeitig die biologische Vielfalt.
Vielfalt in Form und Farbe: Die schönsten Blaukissen-Sorten
Die Welt der Blaukissen ist reich an Vielfalt, mit über 16 Sorten, erhältlich in Blautönen sowie in weißen, rosafarbenen oder karminroten Varianten. Neben den einfachen Blütenformen gibt es auch gefüllte Sorten oder solche mit gelbem oder weißem Blütenrand, die dem Garten zusätzliche Nuancen verleihen. Diese Breite an Auswahl ermöglicht es, für nahezu jedes Farbkonzept und jeden Gestaltungswunsch die passende Aubrietia zu finden.
Zu den bewährten blauvioletten Sorten gehören beispielsweise ‚Blue Emperor‘, die früh blüht und etwa 10 cm hoch wird, die historische Sorte ‚Dr. Mules‘ mit mittelfrüher Blüte, ‚Neuling‘ mit hellblau-violetten, frühblühenden und großblumigen Blüten, ‚Blaumeise‘ für dichte Polster mit mittelblauen, großblumigen Blüten und die kompakte, violett blühende ‚Tauricola‘, die nur etwa 5 cm hoch wird. Wer Rosatöne bevorzugt, findet in Sorten wie ‚Bordeaux‘ (weinrot, bis 10 cm hoch), der gefüllten ‚Bressingham Pink‘, dem leuchtend tiefroten ‚Red Carpet‘, der intensiv rosa blühenden ‚Rosengarten‘ oder dem karminroten ‚Rotkäppchen‘ wunderschöne Alternativen. Eine reinweiße Option ist ‚Winterberg‘, bekannt für ihre dichte Polsterbildung und gefüllten Blüten. Sämlingssorten wie ‚Cascade‘ mit Blüten in Violett, Purpur und Rot, ‚Novalis Blau‘ mit sehr großblumigen, mittelblauen Blüten oder ‚Royal Red‘ mit starkem Karminrot erweitern das Spektrum zusätzlich, wobei das Griechische Blaukissen (Aubrieta deltoidea) eine Wuchshöhe von 5 bis 20 cm erreichen kann und von April bis Juni blüht.
Blaukissen vermehren: Neue Blütenpolster leicht gemacht
Blaukissen lassen sich auf verschiedene Weisen vermehren, wobei Stecklinge und Teilung die gängigsten Methoden sind. Reine Arten können zudem durch Aussaat vermehrt werden. Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine zuverlässige Methode: Schneiden Sie im Frühsommer etwa sieben Zentimeter lange Triebspitzen ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in sandige Anzuchterde. Bei etwa 20 °C und konstant leicht feuchtem Substrat bilden die Stecklinge Wurzeln. In den ersten Wochen ist eine Schattierung bei Hitze oder eine Weiterkultivierung im Topf an einem schattigen Platz ratsam, um die jungen Pflanzen zu schützen. Im darauf folgenden Winter sollten die jungen Pflanzen vorsorglich mit Nadelreisig abgedeckt werden, um sie vor Frost zu bewahren.
Die Teilung des Blaukissens gelingt nicht immer zuverlässig, da die wenigen Wurzeln die üppige Blattmasse oft nicht dauerhaft versorgen können. Möchten Sie es dennoch versuchen, können Sie im Frühling oder Sommer etwas lockere Humuserde, vermischt mit Sand, über die äußeren Neutriebe streuen. Halten Sie die Erde konstant feucht, bis die Triebe eigene Wurzeln bilden. Bewurzelte Ableger können dann im Spätsommer mit einer Gartenschere oder Handschaufel samt Erde von der Mutterpflanze getrennt und an den neuen Platz umgesetzt werden. Obwohl die Teilung sorgfältige Vorbereitung erfordert und nicht immer garantiert ist, ist die Stecklingsvermehrung eine sichere und effektive Methode, um Ihren Garten mit weiteren Blaukissen-Polstern zu bereichern.
Blaukissen im Ökosystem: Wertvoll für Bienen und Boden
Neben ihrer Schönheit spielen Blaukissen eine ökologische Rolle im Garten, besonders im Frühjahr. Wenn das Nahrungsangebot für Insekten oft noch knapp ist, dienen die unzähligen Blüten des Blaukissens Bienen, Hummeln und anderen Insekten als wertvolle Nektarquelle. Diese frühe Nahrungsquelle ist entscheidend für die Entwicklung der Insektenpopulationen und trägt somit maßgeblich zur Förderung der lokalen Biodiversität bei. Die Anziehungskraft auf Bestäuber macht das Blaukissen zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines jeden naturnahen Gartens.
Darüber hinaus leisten Blaukissen als Bodendecker einen wichtigen Beitrag zum Bodenschutz. Ihre dichten Matten bedecken den Boden nicht nur ästhetisch, sondern unterdrücken auch effektiv das Wachstum von Unkraut, wodurch der Pflegeaufwand reduziert wird. Gleichzeitig schützt diese Pflanzendecke den Boden vor Erosion durch Wind und Wasser und hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren. Blaukissen sind zudem nicht giftig, weder für Menschen noch für Tiere, was ihre Verwendung im Familiengarten und in der Nähe von Haustieren unbedenklich macht. Sie verkörpern die Philosophie eines Gartens, der nicht nur schön aussieht, sondern auch als Lebensraum dient und das natürliche Gleichgewicht unterstützt.
FAQ
Sind Blaukissen winterhart und benötigen sie besonderen Schutz?
Ja, Blaukissen sind sehr winterhart und benötigen keinen besonderen Winterschutz. Selbst in kälteren Regionen überstehen sie den Winter problemlos, besonders wenn sie gut angewachsen sind und der Boden ausreichend durchlässig ist, um Staunässe zu vermeiden.
Welchen Abstand sollte ich beim Pflanzen von Blaukissen einhalten?
Beim Pflanzen von Blaukissen sollten Sie einen Abstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten. Dies entspricht ungefähr der halben Wuchsbreite der ausgewachsenen Staude und gibt den Pflanzen genügend Raum, um sich zu entwickeln und dichte Polster zu bilden.
Kann ich Blaukissen auch im Topf oder Kübel kultivieren?
Absolut, Blaukissen eignen sich hervorragend für die Kultivierung im Topf oder Kübel. Achten Sie dabei auf ein gut durchlässiges Substrat und eine gute Drainage, um Staunässe zu verhindern. Auch in Balkonkästen machen sie eine ausgezeichnete Figur und können als hängende Zierde dienen.
Sind Blaukissen giftig für Mensch oder Tier?
Nein, Blaukissen sind nicht giftig und können ohne Bedenken im Garten angepflanzt werden. Sie stellen keine Gefahr für Kinder oder Haustiere dar und sind somit eine sichere Wahl für Familiengärten.
Wann ist die beste Zeit für einen Rückschnitt des Blaukissens?
Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt des Blaukissens ist unmittelbar nach der Blüte im Frühjahr, also meist im Mai oder Juni. Dieser Rückschnitt fördert einen buschigen, dichten Wuchs und kann bei einigen Sorten sogar eine zweite, kleinere Blüte im Herbst anregen.





